Urteil vom 27. Juni 2011

 

Gemäss Bundesgericht gehört das Erstellen eines Kundenprofils zu den Sorgfaltspflichten des Vermögensverwalters. Dieser muss das Profil vor oder beim Abschluss des Vertrages erstellen, um insbesondere das Ausmass des Risikos zu bestimmen, das der Kunde bei der Anlage des Geldes eingehen will und nach seinen Lebensum­ständen auch eingehen kann.

 

Im konkreten Fall hatten sich Ehegatten X. und Y. bei Vertragsabschluss bewusst auf eine von ihnen erst im Nachhinein als unangemessen bezeichnete Anlagestrategie eingelassen. Die nachträgliche Berufung auf eine Diskrepanz zwischen der vereinbarten Anlagestrategie und der Risikofähigkeit bewertete das Bundesgericht als widersprüchliches Verhalten, missbräuchlich und deshalb als nicht schützenswert.

 

Das Urteil hält des Weiteren fest, dass Vermögensverwalter aufgrund der auftragsrechtlichen Sorgfalts- und Treuepflicht besonderen Aufklärungs-, aber auch Beratungs- und Warnpflichten unterliegen (in casu wurde aber eine Verletzung der Aufklärungspflicht verneint).